Freundschaft

Ferunde

Ich habe Dich gesehen,
in diesem Moment, in dem Du hilflos warst
und in einem anderen, in dem Du ganz weich und glücklich warst.
Und da habe ich Dich in mein Herz geschlossen, und zu meinem Freund gemacht.

Freundschaft, das heißt, daß Du in meinem Herzen bist
egal, was geschieht, egal, wie wir in schwierigen Momenten entgleisen mögen.
Denn ich habe Dich gesehen in deinen Facetten und in deiner Menschlichkeit.
Und da habe ich Dich in mein Herz geschlossen, und zu meiner Freundin gemacht.

Ich weiß so viel von Dir
über deinen Weg, deine Gedanken, deine Narben und Sehnsüchte
und Du von mir.
Und weil wir Freunde sind, behüten wir dieses Wissen wie unseren Augapfel,
schützen es vor Blick und Zugriff anderer,
halten es im inneren Raum.

Als sie über Dich redeten
und manche Dinge diskutierten, die ich auch von Dir kenne –
deine Schatten und Ecken und Fehltritte
da schwieg ich – weil wir Freunde sind.
Oft genug sprachen wir über diese Seiten an Dir
und ich weiß, daß Du sie kennst und sie zu lösen versuchst,
so gut Du eben kannst.

Und in den Wochen, in denen es mir so schlecht ging
und ich versank in Bedürftigkeit und Selbstmitleid,
da hast Du mich ertragen, hast Geduld gehabt und mir von deiner Sonne gegeben,
bis ich wieder satt war.
Ich weiß, wie schwer Dir das gefallen ist – und mehr als einmal
hast Du mir meine schlechte Laune um die Ohren gehauen.
Aber die Zeit ist überwunden, eine weitere kostbare Perle auf dem Band unserer Freundschaft.

Als ich dieses Wahnsinns-Projekt an der Backe hatte
und wieder einmal den Mund zu voll genommen hatte,
da hast Du nicht diskutiert und gezögert, sondern einfach angepackt.
bis zur Erschöpfung haben wir die davon schwimmenden Felle wieder eingefangen
mit ganzer Kraft. Und dann, als alles überstanden war, haben wir geteilt und gefeiert.
Weil wir Freunde sind.

Da war auch die Phase, in der ich Dir nichts recht machen konnte.
Dein Unzufriedenheit hat unsere schönen Stunden aufgefressen und verdunkelt.
Du wolltest wachsen, aber Du wußtest nicht, wohin.
Und Du wolltest mir treu sein. Weil wir Freunde sind.
So habe ich Dich hinaus geworfen – mit Arschtritt und geknallter Tür –
und Du bist losgezogen – endlich.
Weil wir Freunde sind.

Ja, weil wir Freunde sind
haben wir es uns nie leicht gemacht
und immer wieder zueinander gefunden.
Nah und fern sind wir uns Begleiter, wissend um das Herz des anderen.