(UM)FELD

Allein

Meine Website beginnt mit zwei Sätzen:

Es erfordert Aufrichtigkeit zu erkennen, dass der bisherige Weg nicht mehr trägt.
Es erfordert Mut, ihn zu beenden und eine Neuorientierung zu vollziehen.

Und diese Sätze sind ein ganz zentraler Anfangspunkt einer Entwicklung, die in eine geistige und emotionale Freiheit führt
und zugleich in einen Platz in der Gemeinschaft, der deinem Wesen angemessen und für das Ganze wohltuend ist.

Ich bin aufgewachsen mit dem mitteleuropäischen Imperativ „Alle Menschen sind gleich !“
und mit der protestantischen Forderung, die persönlichen Bedürfnisse zu zügeln.
Später kam die spirituelle Absicht hinzu, alles anzunehmen, was ist.
Meine Güte, habe ich mich lange damit gequält, mit Situationen und mit Menschen im meinem Umfeld klarzukommen,
die mir nicht gemäß waren.

Ich versuchte mich einzufügen in Konstellationen, die mir Würde und Luft nahmen,
suchte Menschen zu verstehen und mich ihnen anzunähern, die so ganz anders „tickten“ als ich.
Die Trauer, die Wut, die Selbstzweifel und Abstumpfung, die hierbei entstanden,
haben zu nichts geführt außer der Verschwendung von Lebenszeit.

Ich lehre im Coaching das „Ja“ –
ermutige und fordere heraus, Barrieren und Urteile abzulegen
und sich auch dem Fremdartigen anzunähern.
Dieser Ansatz weitet uns und ermöglicht eine umfassendere Wahrnehmung.
Doch er kann nicht als dauerhafte Zielsituation funktionieren,
da wir als Menschen niemals ganz frei sein werden von „Ego“, von „Eigenart“.

Daher habe ich gelernt, wie wichtig es ist,
lieber allein, als mit Menschen zu sein, mit denen Herzkontakt nicht möglich ist.
Ich habe gelernt, Menschen fern zu halten, für die Augenhöhe unerreichbar ist, weil sie Opfer- oder Machtspielchen spielen.

Im Alleinsein nähert sich der Mensch seinem wahren, unverformten Wesen an:
an die Ideale und die Werte, die identitätsbestimmend sind.
Und auch an die „Macken“ und „Ängste“, die unser – unvollkommenes und einzigartiges – „Gesicht“ ausmachen.
Durch das Alleinsein und Selbsterforschung erkennen wir mehr und mehr,
welche Menschen mit uns schwingen – und welche nicht.
Mehr und mehr sind wir in der Lage, ein (Um)Feld zu zu erzeugen,
in dem das, WAS WIRKLICH WICHTIG IST
gemeinsam gesehen, getragen und gelebt wird.
Natürlich. Frei. Verbunden.