Grundeinkommen

Ich erinnere mich an meine Schulzeit
– Hochkonjunktur und fast Vollbeschäftigung –
als der Einzug der „denkenden Maschinen“
als Bedrohung für die arbeitende Bevölkerung einerseits
als Erlösung für die nach Freiraum lechtzende Leistungsgesellschaft andererseits
diskutiert wurde.

Nun sind wir da angekommen,
dass wir nicht nur die eigenen Hilfeempfänger
sondern auch Massen hilfesuchender Einwanderer
auf hohem Standard mitversorgen können – einfach so.

Doch noch mehr soll es sein
– einfach so und ohne Verbindlichkeiten –
meint eine Minderheit, die Grundeinkommen fordert,
egal, was sie mit ihrer Zeit tut.
Dem gegenüber steht eine Mehrheit,
deren Lebenszeit in „sicheren“ Arbeitsverträgen verkauft ist,
und die fragt, wer denn die Ressourcen beibringen soll,
mit denen jene machen wollen, was ihnen beliebt.
Die Minderheit schweigt.

Und nun verrate ich Euch ein paar offene Geheimnisse:

Vom ewigen Freiraum träumt nur, wer nichts damit anfangen kann.
Denn der Freiraum ist gegeben – schon immer.
Doch das Sicherheitsstreben, das die einen wie die anderen lenkt,
macht aus Freiraum Bindung:
Die einen gebunden an ihre risikofreien Einkommensquellen
die anderen gebunden an ihr forderndes Lamento.

Wer mit Freiraum etwas anzufangen weiß,
den Mut hat, in den Lauf der Zeit aus eigenen Kräften zu springen,
die Kraft einsetzt, zu gestalten und zu erfahren,
weiß längst,
dass dieses „Grundeinkommen“
ein kosmisches Gesetz ist:
Es ist für Dich gesorgt, die Mittel und Möglichkeiten,
die Du brauchst, um zu leben, wie es Dir gemäß ist,
sind gegeben.
Fülle.

Jeder Unternehmer, jede Freiberuflerin, jeder Künstler
weiß das.
(Und weiß auch um die bangen Phasen …)
Sofern sie aus eigener Kraft handeln
und dem Freiraum begegnen.

Wer jedoch mit aller Kraft
an Sicherheitsankern klammert
– und sei es die „staatliche Verantwortung“ –
hat alle Hände voll.
Was bleibt, ist Mangel.