LICHT

Ich habe mir angewöhnt,
immer wieder zuzugehen auf Menschen,
die sich mir gegenüber gewalttätig verhalten haben,
die mich betrogen, verraten, belogen oder verleudmet haben
oder einfach nur mit blanker Grobheit von sich gestoßen.

Es ist keine Frage des Stolzes.

Es ist eine Frage des Glaubens.

Ich glaube, dass ich ein liebenswerter Mensch bin.
Ich glaube, dass mein Gegenüber lieben will.
Und ich sehe, dass er es gerade nicht kann.

Wieder hin zu gehen
und die Hand zu reichen,
ist ein Akt der Demut durch die Demütigung hindurch
und hieraus in das Zentrum der Liebe.

Immer habe ich geglaubt,
dass alle Menschen Liebe in sich tragen.
Diesen Glauben aufrecht zu erhalten
und wieder und wieder zu beweisen, war Ziel all meiner Entwicklung.

Zu erfahren, dass es auch Menschen gibt, die keine Liebe in sich tragen,
die innerlich kalt sind
und so im eigenen Echo verfangen,
dass sie das Herz der anderen nicht vernehmen,
dies zu erfahren,
war eine meiner härtesten Prüfungen.

Und ich habe es überstanden.

Und ich halte weiter unerschütterlich Ausschau nach denen, die lieben wollen

und lieben können.