Metamorph

Nach sechs Tagen und sechs Nächten
Proben, Experimentraum
mit elf anderen
mit > 150 akkustischen „Werkstoffen“
in den Versen von Ovid´s Metamorphosen
eingeschlossen und verwandelt
nach künstlerischen Höhenflügen
und gruppendynamischen Einbrüchen
atmet der Atmos
erschliesst sich die Grenze zwischen Kunst 
und narzisstischer Selbstbespiegelung
wächst die Sehnsucht 
nach Entgrenzung 
und Verwebung
in der Musik
zu einem neuen Horizont:

„Keines verbleibt in derselben Gestalt, und Veränderung liebend
Schafft die Natur stets neu aus anderen andere Formen, 
Und in der Weite der Welt geht nichts – das glaubt mir – verloren; 
Wechsel und Tausch ist nur in der Form. Entstehen und Werden
Heißt nur anders als sonst anfangen zu sein, und Vergehen
Nicht mehr sein wie zuvor. Sei hierhin jenes versetzet,
Dieses vielleicht dorthin: im Ganzen ist alles beständig.
Unter dem selbigen Bild – so glaub‘ ich – beharrt auf die Dauer
Nichts in der Welt.“
(aus: Ovid: Metamorphôseôn liber XV, 60-259)