VERLOREN IM WIDERSTAND

Da stand es
das Menschlein
im weiten Raum seiner
großen Freiheit
fernab von allem
was es je ersehnte
und doch dort, wo vermeintlich
kein Schmerz es erreichen konnte.

Und selbst dort
wo alles
wie immer
in ganzer Schönheit und Liebe ist,
musste es doch immer noch wiederholen,
vor sich selbst oder vor geduldigen anderen,
welch Unrecht geschehen war
welch großen Wurf
gelungen sei
mit dem Davonlaufen
mit der Lossagung.

Weit schien das Meer
im gleißenden Sonnenlicht
schwarz und bedrohlich die Trümmer
der Vergangenheit.
Einsam war es da draussen
bei aller Schönheit.
Die selbst geschaffene Trennung
präsent mit jedem Urteil, mit jedem Entschluss,
der sich selbst rechtfertigte.

Und dann hielt die Zeit an
und es wurde gewahr,dass die Vergangenheit
niemals getrennt von den anderen Zeitdimensionen ist:
Keine Gegenwart ohne Vergangenheit.
Keine Zukunft ohne Vergangenheit.
Und so trat das Menschlein
auf das schwarze Küstenriff
der Vergangenheit zu
und im letzten Licht der Sonne
zeigten sich all die Farben des Lebens
der Begegnungen, der Begebenheiten.
in der Reflexion der Steine.
Dunkel war nur
der Schatten des Menschleins
im Licht der Sonne
getragen von den Steinen.

Und alles Dunkel
der eigenen Schatten
umschloss das Menschlein,
das kämpfte um den Glauben
an das eigene Licht.
Dann fiel es in sich zusammen,
das Menschlein,
dort, in der Brandung des Lebens,
der eigenen Fehlbarkeit gewahr.
In diesem Moment verschwand auch der Schatten
auf den Steinen, sie standen licht und frei und schön
und das Menschlein konnte es sehen.
Und sein Herz zersprang
vor der Last der eigenen Schatten
sprang auf
liess das Erbarmen und die Liebe
der Welt ein.

Und das Menschlein lächelte.
Und das Meer war weit.
Und die Steine schön.