Weltlich

Heute Morgen auf dem Markt
schwelgend in der Fülle und im blanken Leben,
dachte ich so bei mir:
All diese Riesenkonstrukte
von Erleuchtung und Verschwörung,
von Untergang und Aufstieg,
kindliche Bilder unverdauter Energie –
die Suche nach einer Wahrheit,
die sich (noch) im Abstrakten, in der Interpretation aufhält.
Gibt dieses Leben,
ich meine das, was sich mir sinnlich zeigt,
das, was mir unmittelbare Resonanz gibt,
indem ich mit gegebenen Möglichkeiten zur Kenntnis nehme, was ist,
gibt das nicht genug Raum zum Forschen und Gestalten ?
Ist es wirklich „Bewusstheit“
Dinge wahrzunehmen, die der Materie nicht standhalten ?
Die Weisen der Vorzeit hatten schon ihre Gründe,
die Sinne, die Materie als Orientierungspunkt zu wählen.
Materie, Form und Substanz sind gute Gegegnüber für die,
die selbst einen Körper haben.
Interpretationen, Deutungen,  Ideen, Gedanken – ja selbst Gefühle
entbehren dieser Eigenschaften
und führen uns in Gefilde, in denen wir uns
früher oder später verlieren, verwirren.
Nein, das ist kein Plädoyer für den Materialismus.
Es ist ein Plädoyer für das Leben.
Ich für meinen Teil
feire die Sinne, übe mich darin,
sie zu verfeinern und zu nutzen,
hier und jetzt,
erfreue mich an den Dingen,
so wie ich sie zweifelsfrei geniessen kann,
mit meinen Gefährten und Gefährtinnen,
die Füße auf der Erde,
das Herz im Himmel.