VERGESSEN

Meine Haut spürt noch die Frische
des Morgennebels in der Hochebene,
der vom neuen Tag auf der Erde kündet.
Die ständige Verbundenheit mit Wettern und Gezeiten,
so tief gespeichert in meinen Zellen.
Was ist geschehen ?
Wo bin ich jetzt ?
Wie kam ich an diesen Ort
voller Lärm, Menschenmassen, technischer Finessen ?
Wo ist der Ort, hoch oben in den frischen Nebeln geblieben ?

Mein Herz schlägt noch mit den Herzen der Meinen,
ganz nah, gleich hinter der nächsten Hüttenwand,
ganz nah in Wiesen und Wäldern
vernehme ich das Wirken der Meinen.
Was ist geschehen ?
Wo bin ich jetzt ?
Wie kam ich an diesen Ort
der vielen Einzelnen, der Wissenden, Mächtigen und Besonderen ?
Wo sind die Meinen, pulsierend in meinem Herzen, geblieben ?

Mein Geist schwingt noch in der Weisheit
von Vater Sonne und Mutter Mond,
ganz klar, ganz wahr, ganz selbstverständlich.
Was ist geschehen ?
Wo bin ich jetzt ?
Wie kam ich an diesen Ort
voller hohlem Wissen, gefüllt mit Konzepten und Ansprüchen ?
Wo ist die Einfachheit göttlicher Fügung geblieben ?

Vergessen
Geworfen
Verloren
Gefunden.
Dank meiner Haut, dank meines Herzens, dank meines Geistes,
die nicht meine sind.
Sie sind.